Komödie von Neil LaBute, mit Martin Lindow, Katrin Filzen, Prodromus Antoniadis und Ragna Guderian.
Regie: Volker Hesse
Theater im Rathaus Essen/
Euro-Studio Landgraf, Titisee-Neustadt
„Fettes Schwein“ – der Titel ist schon ein starkes Stück, aber der Inhalt auch: Nicht umsonst wurde die Komödie des 1963 geborenen amerikanischen Filmemachers und Dramatikers Neil LaBute nach der Uraufführung 2005 in New York regelrecht gefeiert. Situationskomik und Wortwitz begeistern nun auch die Besucher der Stadthalle Singen am Sonntag, 28. Februar, um 20 Uhr.
Was macht man, wenn man die Liebe seines Lebens findet, und sie viel mehr ist, als man sich je erträumt hat - so circa 50 Pfund mehr? Helen ist beinahe Toms Traumfrau: intelligent, sensibel, schlagfertig, charmant - aber natürlich ist da diese Figur. Sehr pummelig, um es freundlich auszudrücken. Kleidergröße XXXL - mindestens. Obgleich sehr verliebt, stellt Tom sie seinen Kollegen daher lieber nicht vor. Mit gutem Grund, denn kaum kriegt sein Freund Carter ein Bild von Helen zu Gesicht, schickt er es per Rundmail an die ganze Firma weiter. Für Toms dünne Exfreundin Jeannie, mit der er unkluger Weise die Regel gebrochen hatte, Arbeit und Vergnügen nicht zu verbinden, ist es unfassbar, dass Tom in dieses „fette Schwein“ verliebt ist. Doch nicht Helens Gewicht ist das Problem. Die fröhliche Energiekugel, die mit ihrer Lebensfreude sofort zum Publikumsliebling wird, hebt sich wohltuend gegen alle Bohnenstangen-Klone ab. Sie ist mit ihrer Körperfülle längst im Reinen. Tom hingegen lässt sich vom grausamen Gespött seiner Kollegen und dem Druck von außen immer
mehr verunsichern.
In LaButes mit spielerischer Leichtigkeit geschriebener bitter-süßer Komödie, der scharfsinnigen Analyse einer Gesellschaft, wird auch die Liebe den Regeln der Verwertbarkeit unterworfen. Im Zeitalter des fast schon hysterischen Diätwahns und des Waschbrettsbauchs wird Tom mit der schwierigsten Entscheidung seines Lebens konfrontiert. Wird er oder soll er bei der „Richtigen“ bleiben, oder aus Rücksicht auf den eigenen Marktwert dem Konformitätszwang nachgeben?
Der an der Essener Folkwangschule ausgebildete Schauspieler Martin Lindow wurde durch Hauptrollen in den Fernsehserien „Der Fahnder“ und „Polizeiruf 110“ bekannt. Für seine Rolle als naiver Dorfpolizist Siggi Möller im WDR-„Polizeiruf“ mit dem Titel „1A Landeier" erhielt Lindow 1996 den Grimme-Preis. Der Film ist Kult unter Freunden schräger Krimis!
Eintrittspreis:
22,50/18,50/13,50/10,50 €