Caligari-Filmpreis
Die (60.!) Internationalen Berliner Filmfestspiele finden 2010 vom 11.-21. Februar statt. Wie in jedem Jahr präsentieren wir im gleichen Monat einen der Preisträger des CALIGARI-FILMPREISES, der seit 1986 bei der Berlinale als eine Auszeichnung einer unabhängigen Jury für einen Film in der Sektion des „Internationalen Forums des jungen Films“ vergeben wird vom Bundesverband für kommunale Filmarbeit (BkF/Dachverband der ca. 140 Kommunalen Kinos) und der Fachzeitschrift ‚Filmdienst‘. Ausgezeichnet wird ein herausragender ‚stilistisch und inhaltlich innovativer‘ Film. Der dotierte Preis wird wesentlich von den ‚Kommunalen Kinos‘ gestiftet, so auch vom Weitwinkel-Kino e.V.. In der Jury sind zwei VertreterInnen von Kommunalen Kinos und ein Redaktinosmitglied des ‚Filmdienst‘ vertreten. Der Preis geht zu gleichen Teilen an den Regisseur und den (deutschen) Verleih. Im vergangenen Jahr wurde der japanische Regisseur Sion Sono ausgezeichnet. Der trotz seiner nicht gerade normorientierten Länge, hat dieses unkonventionelle Stück Kino schnell einen deutschen Verleih gefunden. Im Kern ist Sonos Film eine klassische Liebesgeschichte – ‚Boy meets Girl‘: Yu ist eigentlich ein braver Schüler, der um die Aufmerksamkeit seines Vaters, einem katholischen Priester, jedoch mit diversen begangenen Sünden buhlt. Vor allem sexuelle Entgleisungen scheinen dem Vater Zuneigung zu entlocken. Als Yu bei einem seiner voyeuristischen Streifzüge auf seine große Liebe Yoko trifft, wird es kompliziert: Sie ist die Tochter der Affäre seines Vaters, die von nun an mit ihm unter einem Dach lebt. Als eine wahnsinnige Sekte ins Spiel kommt, beginnt für Yu der große Kampf um seine Liebe.
Die Begründung der Caligari-Jury 2009: “In seinem atemberaubenden Film LOVE EXPOSURE wirft Sono Sion seine Zuschauer mitten hinein in einen wilden Strudel. Dem Regisseur ist ein intensiver Film gelungen, der in immer origineller und oft genug genialer Weise Formsprachen des Kinos, Motive aus Oper, Pop und Filmgeschichte und die großen Gefühle einer romantischen Liebesgeschichte sampelt. Große Kunst, die kurzweilig, stets klug und souverän ist. Dieser Film regt zum Nachdenken über das Wesen der Liebe, über Religion und das Zusammenleben der Menschen an - und ist damit politischer als die meisten 'politischen' Filme. Dass Sono Sion sich für all dies knapp vier Stunden Zeit nimmt, ist schön, weil es das Zuschauervergnügen nur verlängert. (..)Eine Einladung an alle engagierten Kinokuratoren, die zahlreichen Anregungen dieses Films aufzugreifen und filmhistorische wie ästhetische Bezüge für den Zuschauer erlebbar zu machen.“
FSK 16
Abendkassenpreis: 4.50 Euro