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«Wettlauf mit dem Schatten. Der Fall des Dichters Wilhelm von Scholz»

«Wettlauf mit dem Schatten. Der Fall des Dichters Wilhelm von Scholz»
Ausstellungen

Freitag, 15.03.2013 - Sonntag, 16.06.2013

Mo: geschlossen
Di: 10 bis 17 Uhr
Mi: 10 bis 17 Uhr
Do: 10 bis 17 Uhr
Fr: 10 bis 17 Uhr
Sa: 10 bis 17 Uhr
So: 10 bis 17 Uhr

Hermann-Hesse- Höri-Museum
Kapellenstrasse 8
78343 Gaienhofen (DE)

Internet: www.hermann-hesse-hoeri-museum.de
Karte

Sonderausstellung im Hermann-Hesse-Höri-Museum

Wilhelm von Scholz (1874–1969) zählte einmal zu den literarischen Repräsentanten des frühen 20. Jhs . Vom Bodensee aus, wo sein Vater das Gut Seeheim bei Konstanz erworben hatte, bezog Scholz bestimmende Eindrücke und Motive seiner ersten Dramen, hierher kehrte er immer wieder zurück, hier lebte er seit den 20er Jahren bis zu seinem Tod. Nach 1945 wurde er – vor allem wegen seiner Nähe zum NS – als bloßer Heimatdichter wahrgenommen, und in den Debatten um ihn geriet sein vielfältiges und umfangreiches Werk in den Hintergrund. Scholz hat jedoch nicht nur von 1933 bis 1945 gelebt. So entscheidend man diese Jahre für die Gesamtbeurteilung des Dichters veranschlagen mag: ohne ihre Einordnung in die gesamte Biographie bleiben wichtige Aspekte von Persönlichkeit und Werk unbeachtet.
Parallel zu einem Sammelband mit Aufsätzen über Scholz im Universitäts-Verlag Konstanz und zur Aufführung seines „Juden von Konstanz“ im Theater Konstanz will unsere Ausstellung auf der Grundlage des umfangreichen Nachlasses im Stadtarchiv Konstanz dazu beitragen, der Komplexität und Widersprüchlichkeit einer Dichterpersönlichkeit gerecht zu werden, der mit bloßen Schlagworten nicht beizukommen ist. Eine „damnatio memoriae“ trägt zur Erklärung des Selbstverrats dieses Dichters nichts bei, noch ist sie im Sinne einer produktiven Erinnerungskultur sinnvoll. Schließlich sind Opportunismus, Verführbarkeit und Willfährigkeit um eigener Vorteile willen Probleme von Künstlern und Literaten aller Zeiten. Die Ausstellung zeigt Wilhelm von Scholz ferner im Kontext der Literatur seiner Zeit und beleuchtet auch Freundschaften wie die mit Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse, Stefan Zweig, Emanuel von Bodman und anderen.

Die Ausstellung wird kuratiert von Manfred Bosch, Dorothea Cremer-Schacht und Siegmund Kopitzki in Zusammenarbeit mit dem Hermann-Hesse-Höri-Museum.

Worte
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