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10 Jahre Doppelbock – «Voodoo Jodel»

10 Jahre Doppelbock – «Voodoo Jodel»
Pop/Rock/Jazz

Donnerstag, 28.04.2011

20:00 Uhr

Jakob und Emma Windler-Saal
Oberstadt 3
8260 Stein am Rhein

Karte

Jubiläums-Tour und neue CD mit Christine Lauterburg und Barbara Berger

Jahrzehntelang steckte die Schweizer Volksmusik fest. Erst wurde sie in Kurhäusern zum Unterhaltungsländler reduziert, dann von der geistigen Landesverteidigung und den unseligen Reglementen des Jodlerverbandes betoniert. Im Verlauf der letzten zehn Jahren aber hat eine stetig wachsende Zahl junger Pop-Musikerinnen und –Musiker die Volksmusik wieder entdeckt. Zu dieser Entwicklung hat Dide Marfurts Doppelbock einen entscheidenden Beitrag geleistet, weil die Band in zwei Richtungen gleichzeitig funktioniert.

Zum einen legt Doppelbock beharrlich die verschütteten, keltischen Pfeiler unserer Volksmusik frei, was der Musik ihre historische Glaubwürdigkeit zurückgibt. Zum andern nähert sie den CH-Folk vorsichtig einer Moderne an, in der Rock- Rhythmen, Pop- Sensibilitäten und ehemals avantgardistische Dissonanzen selbstverständlicher Alltag sind. Für dieses Engagement zwischen Verankerung und Öffnung feiert die NZZ Doppelbock folgerichtig als «einen der wichtigsten Neuerer der Volksmusik» und bringt das Kunststück auf den Punkt: «Die Puristen konservieren sie mit Strenge, die Populisten verkitschen sie mit einem kommerziellen Mix aus Schlager und Pop. Dazwischen scheint es kaum etwas zu geben für Musiker, die die Tradition aus der Enge der Täler holen und mit einem Lebensgefühl von heute vitalisieren.» Doppelbock und seine beiden Gastsängerinnen Christine Lauterburg und Barbara Berger füllen genau diese Nische in einer Behutsamkeit, die
der Musik entspricht.

Zusammen mit der Band Doppelbock, mit der beide Sängerinnen auch einzeln ein Repertoire unterhalten, entstehen aus Ur-Melodien neue Klanglandschaften und Soundgebilde. Frisch, frech, fröhlich und lustvoll - aber mit viel Respekt - entsteht zeitgemässe Volksmusik, die den üblichen Rahmen der Volksmusik sprengt und sich trotzdem der Tradition verpflichtet.

Doppelbock feiert heuer sein zehnjähriges Bestehen. Eine Dekade während der die Band alte Chuereihen und Tanzmelodien neu entdeckte mit Urinstrumenten wie Schalmeien, Drehleier und Helvetischer Sackpfeife (Dudelsack, wie er hierzulande verwendet wurde), mit E-Bass, Djembe, Gajon und volksmusikalischen Evergreens wie dem Schwyzerörgeli und Kontrabass. Jetzt steht der Doppelbock als neue Rasse im Stall. Er ist die erfolgreiche Kreuzung aus liebevoller Pflege der Tradition mit der Moderne, genährt von einer Freude, die nicht sauglatt, aber ungekünstelt und wider den tierischen Ernst aufspielt.

Doppelbock:
Dide Marfurt: Drehleier, Tamburiza, Halszither, Helvetische Sackpfeife, Trümpi, Bodhràn
Simon Dettwiler: Schwyzerörgeli (10-, 18- und 82-bässige Modelle)
Jean-Pierre Dix: E-Bass, Kontrabass
Markus Maggiori: Djembe, Percussion aller Art, Chlefeli, Trümpi, Schalmei, Pommer, Sackpfeife, Gong

Christine Lauterburg: Jodel & Gesang, Langnauerli, Geige, Bäse
Barbara Berger: Jodel & Gesang, Löffel, Shaker

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