6. Festkonzert
Concerto di Viole
Brian Franklin
Arno Jochem
Barbara Leitherer
Brigitte Gasser
Samuel Scheidt (1587–1654)
Aus «Ludi Musici» Teil I:
Paduana – Courant Dolorosa – Galliard
Johann Rosenmüller (ca. 1619–1684)
Aus «12 Sonate»:
Sonata ottava
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Aus der «Kunst der Fuge», BWV 1080:
Contrapunctus 5
Canon per Augmentationem in Contrario Motu
Contrapunctus 10
Lukas Langlotz (*1971)
Cinq Impromptus
(2010/11 komponiert im Auftrag der Internationalen Bachgesellschaft Schaffhausen)
Fantasia – Contrapunctus vagabundus – Chant archaïque – Fuga – Epilogue
Johann Sebastian Bach
Aus der «Kunst der Fuge», BWV 1080:
Canon alla Decima Contrapunto alla Terza
Contrapunctus 7
Giovanni Legrenzi (1626–1690)
Aus «Sonata Sesta» aus «La Cetra»:
Adagio
Johann Sebastian Bach
Fuge in c-moll über ein Thema von Legrenzi, BWV 574a
Aus der «Kunst der Fuge», BWV 1080:
Contrapunctus 1
Contrapunctus 3
Die Viola da Gamba (oder deutsch kurz: Gambe) war das zentrale Instrument der frühbarocken Kammermusik in England, später auch in Frankreich und im deutschsprachigen Raum. Besonders beliebt waren bereits um 1600 ganze Consorts, die auf Gamben in unterschiedlichen Grössen spielten, vom Diskant bis zum Kontrabass.
Von der Vielfarbigkeit und der Ausdrucksvielfalt der deutschen Kammermusik vor Bachs Zeit zeugen die Werke von Scheidt und Rosenmüller. Der in Halle wirkende Samuel Scheidt – knapp hundert Jahre vor Bach geboren – gehörte zu den zentralen Gestalten der Musik der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Wie viele seiner deutschen Zeitgenossen veröffentlichte er in den 1620er-Jahren Sammlungen von Stücken, die letztlich auf die Tanzwut der französischen Hofgesellschaft zurückgingen. Demgegenüber setzte sich in der zweiten Jahrhunderthälfte Johann Rosenmüller, der selbst rund 25 Jahre in Venedig verbrachte, mit der italienischen Tradition der einsätzigen, vielgliedrigen Sonaten auseinander.
Der warme Klang und die differenzierten Möglichkeiten der Tongestaltung machen das Gambenensemble zu einem idealen Vermittler strengerer Stimmschichtungen, wie sie etwa in Johann Sebastian Bachs «Kunst der Fuge» auftreten. Dieses späte Druckprojekt enthält sowohl einfache Fugen über das Hauptthema (Contrapunctus 1) wie auch über dessen umgekehrte Gestalt (Contrapunctus 3). Beide Themenformen werden im Contrapunctus 5 miteinander verbunden und im Contrapunctus 7 zudem in drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, also in insgesamt sechs verschiedenen Themengestalten, zitiert. Die anspruchsvollste Kombinatorik erreicht der zweistimmige Canon per Augmentationem, in dem je einmal eine Stimme die andere in umgekehrter Intervallfolge und in halber Geschwindigkeit Ton für Ton imitiert.
Welches Potenzial für allerlei Klangimaginationen das Gambenquartett auch in unserer Gegenwart noch bereithält, zeigt sich in der Komposition des Basler Komponisten Lukas Langlotz, der in seinem Auftragswerk für das Bachfest 2012 möglicherweise auch in Kontakt zum «Director musices» aus Leipzig tritt.
Einführung: 18.30 Uhr, Zunftsaal zum Rüden
Preis in CHF: 50.–