Premiere – Ein rasanter, live mitgezeichneter Monolog
Präsentiert von «Schauwerk – das andere Theater»
Alles ist erledigt – wirklich? Nein, glücklicherweise nicht, denn sonst gäbe es nichts mehr zu tun, und das wäre schrecklich. So bleibt die letzte Kartoffel ungeschält liegen. Denn sie ist der letzte Anker, der vor der Warterei schützt. Trotzdem gerät eine Frau in den Strudel von Wünschen und Assoziationen, der sie – und das Publikum – mitreisst.
Wer ist Gorenje? Was hat Sex mit Abwasch zu tun? Ist die Vernunft männlich?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Hausfrau im Stück von Esther Gerritsen. Morgens um 11 Uhr hat sie all ihre Aufgaben erledigt und hat nun sechs ein halb Stunden übrig, um sich ganz dem Warten auf ihren Mann hinzugeben.
Aus stundenlanger Langweile beginnt sie, in der Vergangenheit zu wühlen, in die Zukunft zu träumen, sich dem Jetzt hinzugeben.
Ihren Küchengeräten gibt sie Kosenamen, ihre Partner für den Tag sind der perfide Quizmaster und der liebenswürdige Moderator einer integren Talkshow. Aber nur für den Tag, denn abends, punkt halb sechs, kommt er in die Tiefgarage gefahren: ihr Cowboy.
Das unscheinbare Schicksal einer Hausfrau wird zur optimalen Überlebensstrategie. Und diese Strategie würde funktionieren, wenn da nur nicht die ganzen Menschen wären, die wissen, was man wann wie zu wollen hat.
Spätestens seit dem Erfolg der TV Serie “Desperate houswifes» sind gelangweilte Hausfrauen salonfähig geworden, sexy und frech bestreiten sie ihren Alltag.Auch die Frau in Esther Gerritsen Stück kämpft mit den Sorgen und Sehnsüchten einer vergessen gegangenen Frau.
Sie hat am Ende des Morgens zu viel Tag übrig, sie freut sich auf ihren Mann, ist zufrieden mit ihm, führt aber keine Beziehung, hadert nicht mir der Vergangenheit, träumt aber in die Zukunft, weiss sehr wohl um ihre Wünsche und Sehnsüchte, kann sie aber nicht ausleben.
Und doch will sie gar nichts anderes, sie will Hausfrau sein, und sie will gefälligst, dass das gut ist, so wie es ist.
Liebevoll hält sie ihren ganzen Haushalt in Stand, sie wartet ihn. Während sie wartet.
Der rasante Text, direkt ins Publikum erzählt von Annette Kuhn, wird unterstützt vom Bühnenbild, das von Walter Millns auf der Bühne live gezeichnet wird.
Türöffnung, Barbetrieb 19.30 Uhr
Eintritt: Fr. 25.–/15.– (mit Legi)
Reservation:
www.schauwerk.ch
052 620 05 86