
Mittwoch, 10.05.2017
20:30 Uhr
Theater Die Färbe
Tragödie von Sophokles
Theben in mythischer Vorzeit. Hintergrund des Geschehens ist das Unheil, das seit drei Generationen auf dem Herrschergeschlecht des Stadtstaates lastet. Einer Weissagung des Orakels von Delphi zufolge hatte einst König Ödipus seinen Vater ermordet, seine Mutter zur Frau genommen und damit den Fluch der Prophezeiung an seine in Blutschande gezeugten Nachkommen weiter gegeben: seine Kinder Eteokles, Polyneikes, Ismene und die tragische Titelheldin Antigone sind zugleich seine Halbgeschwister.
Soeben ist der letzte Krieg beendet, die Bürger Thebens atmen auf und beginnen, sich wieder am Alltagsleben zu erfreuen. Bei der entscheidenden Schlacht haben sich die rivalisierenden Brüder Eteokles und Polyneikes gegenseitig getötet. Ihr Onkel Kreon hat als nächster männlicher Verwandter der bisherigen Könige die Herrschaft übernommen. Seinen Neffen Eteokles, der die Stadt verteidigt hat, läßt er den Sitten gemäß beerdigen. Den Leichnam des Polyneikes jedoch, der zum Feind geworden war, wirft er den Vögeln und Hunden vor den Toren der Stadt zum Fraß vor und verbietet seine ordentliche Bestattung. Damit verwehrt Kreon dem Polyneikes den Einzug ins Totenreich. Die Einhaltung seines Verbots hat er mit der Androhung strenger Strafen belegt. Einzig seine Nichte Antigone widersetzt sich seiner Anordnung und löst so eine Reihe schicksalhafter Verhängnisse aus, was schließlich zum Untergang der Herrscherdynastie führen soll. Menschlichkeit und Respekt vor dem Willen der Götter stehen Machterhalt und Staatsräson gegenüber. Auflehnung gegen Ungerechtigkeit oder strikte Gesetzestreue zugunsten der Herrschenden? Sein Schicksal selbst bestimmen oder sich in dieses fügen? Die Tragödie des antiken griechischen Dichters Sophokles wurde um das Jahr 442 v. Chr. in Athen uraufgeführt, und bis heute zählt dieser zu den meistgespielten Dramatikern.
GUNTHER MÖLLMANN lebt mit seiner Familie in Bielefeld. Ausbildung zum Regisseur am Staatstheater Stuttgart und Schauspielhaus Bochum jeweils unter der Leitung von Claus Peymann. Engagements als Regisseur und Schauspieler an zahlreichen Staats-, Stadt- und Landestheatern in Deutschland und der Schweiz. Inzwischen über 100 Inszenierungen sowie theaterpädagogische Projekte. Mitbegründer und bis 1996 künstlerischer Leiter des „Theaters im Pumpenhaus“ in Münster. Lesungen, Schauspieler bei Film- und Fernsehproduktionen.
KARTEN: telefonische Reservierung Mo – Sa, 10 – 14 Uhr (07731) 64646 + 62663, sowie an der Abendkasse ab 19.30 Uhr, oder unter: www.die-faerbe.de, [email protected], Schlachthausstraße 24/9, 78224 Singen