Freitag, 05.06.2009 - Samstag, 08.08.2009
Ausstellung «Über die Grenzen & ein Dialog».
In der aktuellen Ausstellung von Beatrix Schären werden — nicht zuletzt auf Wunsch der Galerie — einige Arbeiten mit verschiedenen Themen aus verschiedenen Schaffensphasen und in verschiedenen Techniken gezeigt. Es sind Aquarelle, Zeichnungen auf Papier (Kohle und Öl) und Ölbilder auf Leinwand. Während der letzten 35 Jahre sind immer wieder Aquarelle entstanden, ein grosser Teil davon unter freiem Himmel im Tessin. Die Künstlerin schreibt dazu: «Wenn ich die Blätter, um das Trocknen der Farbe abzuwarten, auf die Erde lege, unterscheiden sie sich kaum vom Untergrund — nicht weil ich Naturstudien gemacht habe — sondern weil die Atmosphäre der Umgebung in sie eingeflossen sind. Ich bin mir bewusst, dass meine Technik wenig mit der herkömmlichen Aquarellmalerei zu tun hat und strebe auch gar nicht an.» Der Stellenwert der Aquarelle im Verhältnis zu den Themen bezogenen Ölbildern und Zeichnungen lässt sich am ehesten mit Gedichten vergleichen, die eine Schriftstellerin neben dem Prosawerk verfasst, um damit eine andere Art der Befindlichkeit auszudrücken. Eine Anzahl figürlicher Zeichnungen aus den 90er Jahren. Sie thematisieren den Menschen in seiner Schönheit und Verletzlichkeit. Im Gegensatz dazu erscheint das frühe Ölgemälde, «Mädchen mit Regenschirm» wie ein Bild aus einer noch heilen Welt. Es war 1965 in der Einzelausstellung der Künstlerin in der damaligen «Galerie an der Stadthausgasse» zu sehen. Die hier ausgestellten Ölbilder sind nach verschiedenen Reisen entstanden (USA, Italien, Südafrika, Rumänien): Die ohne Fotoausrüstung reisende Malerin verarbeitet ihre Eindrücke jeweils Wochen und Monate nach ihrer Rückkehr im Atelier in Feuerthalen. Dies ist zwingend für sie, da sie sich manchmal geradezu bedrängt fühlt vom Gesehenen.
Herbert Stehle ist mit seinen plastischen Arbeiten vertreten Er widmet sich in seinem Werk dem Thema «Haus». Zu sehen sind eher großformatige Arbeiten. Häuser aus verschiedenen Materialien wie Holz und Beton; gesägt mit der Kettensäge, in Stelen Häuser aneinander gereiht, gebaut, gegossen. Die Häuser aus Beton oder Holz mit ihren zurückhaltend gestalteten, bisweilen Arbeitsspuren zeigenden Oberflächen sind auf die Grundformen Viereck und Dreieck reduziert. Die Oberflächen sind zurückhaltend, weiß lasiert, schwarz, oder wenig Farbe, grauer Beton. Obwohl manchmal Treppen, Stufen, Leitern oder Plätze zu den Häusern führen, ist der direkte Zutritt stets verwehrt. Da es keine Fenster und Türen gibt, muss sich der Betrachter die Innenräume selbst erschaffen, in sie eindringen und sie ausstatten. Das Thema des «Behaustsein», das er mit seinen Häusern gestaltet, hat den Künstler in den Bann gezogen. Haus kann Heimat genauso bedeuten wie das Gegenteil, Fremde oder Fremdsein.