
Donnerstag, 23.05.2013
20:00 Uhr
Kulturgaststätte Sommerlust
Öffentlicher Vortragsabend
Referent: Dr. Marc Schmid, Universitäre psychiatrische Kinderklinik Basel
Mehrere Studien zeigen, dass Traumatisierungen bei fremdplatzierten Kindern eher die Regel als die Ausnahme sind. Interpersonell traumatisierte Kinder und Jugendliche konfrontieren sozialpädagogische Fachkräfte mit maladaptiven Beziehungsangeboten, weshalb diese die sozialpädagogischen Institutionen vor besondere Herausforderungen stellen und es oft gerade die besonders traumatisierten Kinder sind, welche in diesen institutioneilen Strukturen scheitern und von Institution zu Institution weitergereicht werden.
Traumapädagogische Konzepte orientieren sich an den Erkenntnissen der Psychotraumatologie und versuchen, spezifische, in den Herkunftssystemen nicht erlernte Fertigkeiten und Resilienzfaktoren gezielt zu fördern. Der zentralste Aspekt der Traumapädagogik ist, dass die Organisationsstrukturen und die Unterstützung der Mitarbeiter ein zentraler Bestandteil des Konzeptes sind. Die administrative, fachliche und vor allem emotionale Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte sind das zentrale Element der Traumapädagogik, da nur gut versorgte Mitarbeiter überdauernd förderliche Beziehungen zu Kindern gestalten können, deren Vertrauen in andere Menschen zutiefst erschüttert wurde.
Im Rahmen eines ca. einstündigen Vortrages wird versucht, die entwicklungspsychopathologischen Grundlagen und die wichtigsten Ansatzpunkte einer Pädagogik «des sicheren Ortes» zu vermitteln. Anschliessend bleibt Zeit zur Diskussion und zum Fachaustausch.