Sonntag, 24.06.2012
11:30 Uhr
Kräutergarten Allerheiligen
Die Bibelpflanzen werden in einer neuen Broschüre dokumentiert. Der Druck dieses Gemeinschaftswerkes von Apotheker Peter Bührer, Stadtgärtner Felix Guhl und Münsterpfarrer Matthias Eichrodt wurde durch den Münsterfonds ermöglicht.
Am Sonntag, 24. Juni (Johannistag) wird die Broschüre im Anschluss an den Gottesdienst um 11.30 Uhr im Kräutergarten im Rahmen einer kleinen Vernissage mit Apéro vorgestellt.
«In einem Garten ging die Welt verloren und in einem Garten wurde sie erlöst.»
Blaise Pascal
Der französische Philosoph und Theologe meint damit einerseits den Paradiesgarten, aus dem Adam und Eva vertrieben wurden. Auf der anderen Seite meint er den Garten, in dem sich das Höhlengrab befand, aus dem Jesus am Ostermorgen auferstanden ist. Pflanzen kommen also in der Bibel vom Anfang bis zum Ende vor.
Für einen eigentlichen „Bibelgarten“ hat es im Klosterareal von Allerheiligen keinen Platz mehr. Darum wurde im Gespräch zwischen Münsterpfarramt und Stadtgärtnerei die salomonische Lösung gefunden, die Bibelpflanzen in den bestehenden Klostergarten zu integrieren. Viele dieser Pflanzen wachsen nämlich bereits seit Jahren dort. Denn sie kommen nicht nur in der Bibel vor, sondern werden seit Menschengedenken auch in Küche und Krankenzimmer verwendet. Wie zum Beispiel die Aloe. Sie ist Heilpflanze und kommt in der Bibel in der Geschichte vor, die in dem Garten spielt, in dem Jesus begraben wurde und auferstanden ist: „Nikodemus…. kam und brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe mit, etwa hundert Pfund. Da nahmen sie den Leib Jesu und wickelten ihn zusammen mit den wohlriechenden Salben in Leinenbinden ein.“ (Joh 19,38 ff.) Die Stadtgärtnerei hat darum auf dem Signaturtäfelchen der Aloe neben „Arznei“ noch „Bibelpflanze“ eingraviert.
Das Nebeneinander von Arznei-, Küchen- und Bibelpflanzen entspricht ihrer Bedeutung als Gleichnis für das alltägliche Leben (Klatschmohn, Bergpredigt) und die Schönheit von Gottes Schöpfung (Granatapfel, Hohes Lied). So selbstverständlich, wie diese Pflanzen im Alltag vorkommen, so soll es auch mit der Bibel sein.