Weltmusik-Konzert «grischunit-polyglot»
Corin Curschellas und ihre Musiker präsentieren die akutelle neue CD «grischunit-polyglot». Ein musikalisches Klassewerk. Leuchtendes Kupferrot und bodenständiges Metallikgrau - so präsentiert sich das äußerst seltene Mineral Grischunit. Ein Stein, der Millionen von Jahren im Boden Graubündens gewohnt hat und doch erst seit wenigen Jahrzehnten bekannt ist. Ein singuläres Geheimnis aus der rätischen Schweiz, nirgendwo sonst auf dem Planeten zu finden.
Wenn die Sängerin Corin Curschellas ihr neues Album nach einem solchen Stein benennt, hat das eine bezwingende Symbolik: Sie zeigt damit die Verwurzelung ihrer Kunst in der heimatlichen Erde, und wie spannend es ist, sich auf ihre Entdeckung einzulassen. Und nicht zuletzt betont sie mit diesem singulären Mineral als Paten auch die Einzigartigkeit ihrer Lieder: Mit einer der seltensten Sprachen aus der Mitte Europas entwirft sie einen kühnen Bogen bis an den Hudson River. Balladeske Roadmovies, spirituelle Wanderungen und Träume, Anklänge an Blues, an Country-Rock und natürlich das experimentelle Vokabular des Big Apple ist auf Grischunit zu einem grandiosen Zyklus gebündelt: «Ina Buna Per Tai» erzählt im Latin-Flair und mit Ribots verschrobenen Noise-Gitarren von dem Kuss, den der Verstorbene seiner Frau durch die Glut des Kaminfeuers schickt. Mit «Porta Porta» rührt sie an Tagespolitik, wenn die umstrittene Porta Alpina, die geplante Gotthardtunnel-Station mitten im Rumantsch-Territorium, sich hier zum Sinnbild für geistige Offenheit und visionäre Verknüpfung wandelt. Im «La Canzun Nova Da Ziteil» erzählt sie von pilgernden Bergbauern und hebt ihre Frömmigkeit auf eine konfessionsübergreifende und gerade deshalb ergreifende Ebene. Und ganz erstaunlich das bluesige «Pinada»: zunächst fast ein Rumantsch-Analog zu Curtis Mayfields «People Get Ready», warten in der Bridge bissige Kommentare des jungen Dichters Leo Tuor zur heutigen Ellbogengesellschaft. Bis zum großartigen Finale von «Che Di, Che Not» hält sie den Hörer gefangen, eine unter die Haut gehende Hymne an die aufgehende Sonne.
Corin Curschellas: Voice / Piano
Matthias Lincke: Fiddle
Jean-Pierre Dix: Bass
Urs Vögeli: Gitarre
Eintritt: Fr. 30.-/ mit Legi Fr. 20.-
Türöffnung: 19.45 Uhr
Beginn: 20.30 Uhr