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Der «Hegau» soll ins Museum

Der «Hegau» soll ins Museum
Worte

Freitag, 18.11.2016

19:00 Uhr

Kunstmuseum Singen
Ekkehardstrasse 10
78224 Singen (DE)

Karte

Lesung mit Alissa Walser zugunsten des Ankaufs des ungewöhnlichen Gemäldes «Hegau» von Matthias Holländer für das Kunstmuseum Singen am 18. November 2016.

Das Kunstmuseum Singen lädt ein zu einer besonderen Veranstaltung rund um ein Bild. Das großformatige Gemälde «Hegau», 2010, Öl- und Acrylfarben auf Leinwand – 190 x 300 cm groß – ist ein Erlebnis für die Augen.

Es zeigt einen Landschaftsraum von ungewöhnlicher Weite und Tiefe: den Hegau mit seinen Vulkankegeln, den Seerhein und die Alpen in verblüffender Genauigkeit und strahlender Brillanz. Im Vordergrund versperren uns Heuballen, die förmlich aus dem Bild auf uns zu zu rollen scheinen, den Zugang ins Bild. Dahinter öffnet sich die Landschaft – unser Blick schweift über Bäume, Felder, Wälder, Bergrücken hinweg; folgt dem Band des Rheins, der gezackten Kette der Alpengipfel, dem leuchtenden Blau des Himmels mit seinen weißen Wolkenbändern. Und weil die Darstellung so überzeugend realistisch, so fotografisch genau, so elektrisierend leuchtend ist, «glauben» wir diesem Bild, mit dem der Maler Matthias Holländer einen wahren Triumph der (Landschafts-)Malerei feiert und unsere Augen überrumpelt. Nicht wenige Betrachter fragen sich: Ist das nicht eine Fotografie? Kann das tatsächlich Malerei sein?

Dann aber stolpert unser Blick: Wo sind denn all die Dörfer und Städte hin? Es gibt ja gar keine Straßen oder Überlandleitungen… Stehen nicht all diese Vulkankegel und Erhebungen des Hegaus an der «falschen» Stelle…? Die Landschaft ist vom Menschen bearbeitet und doch scheint er seltsam abwesend zu sein, als genüge sich diese stille Landschaft selbst. Es ist dieses Kippen, der Umschlag im Sehen, der uns ein zweites Mal verblüfft und verunsichert: Was sehen wir da eigentlich? Wie kann ein so «realistisches» Bild so täuschend «unwirklich» sein? In welchem Verhältnis stehen Realismus und Wahrhaftigkeit überhaupt zueinander? Und hat diese Art der Darstellung nicht auch mit der Konstruktion eines Bilds von Landschaft und Heimat zu tun? Wir selbst schaffen dieses Bild in uns immer wieder neu, retuschieren es wieder und wieder und doch glauben wir, es «spiegle» die Außenwelt.

Dieses ungewöhnliche Gemälde soll als repräsentatives Werk eines zeitgemäßen Realismus und als ein zentrales Bild im Oeuvre von Matthias Holländer in der Kunstregion verbleiben und einen Platz in der Sammlung des Kunstmuseums Singen fin-den. Über die Hälfte des Kunstwerks ist bereits finanziert – nun bittet das Museum seine Besucher, Gönner und Freunde – alle welche die langjährige, kontinuierliche Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit des Kunstmuseums Singen wertschätzen – um Mithilfe.

Helena und Werner Vayhinger, Siegmund und Waltraud Liebl-Kopitzki und Christoph Bauer wurden aktiv und laden am
Freitag, dem 18. November 2016 um 19 Uhr ins Kunstmuseum Singen ein.

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