
Sonntag, 02.11.2008 - Sonntag, 10.05.2009
Seit Jahrhunderten versucht der Mensch, körperliche Ursachen und Merkmale für das Böse zu finden. So lehrt uns die Bibel, dass Teufel und Dämonen Körpereigenschaften haben, die sie als böse Wesen kennzeichnen. Im 18. Jahrhundert glaubte der Pfarrer und Philosoph Lavater, der Charakter eines Menschen sei an seinem Äusseren ablesbar.
Hundert Jahre später richtete der Psychiater Lombroso ein Museum ein, in dem er alles versammelte, was seiner Ansicht nach die Verbindung zwischen Körper und Kriminalität bestätigt: Fotos von Tätern, Kunstgegenstände aus Gefängnissen, Modelle von fleischfressenden Pflanzen und Schaukästen voller Tierskelette.
Die Suche nach dem Bösen im Körper hat eine lange und interessante Geschichte und ist, wie die Hirnforschung zeigt, hochaktuell. So erklärt der Neurologe Markowitsch: «Wir identifizieren derzeit Mechanismen im Hirn, die ein Verhalten hervorbringen können, das wir moralisch als böse, juristisch als strafbar bewerten.»