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Eckart Hahn – «Der schwarze Duft der Schönheit»

Eckart Hahn – «Der schwarze Duft der Schönheit»
Ausstellungen
Luzifer, 2011, Diasec-Leuchtkasten, 170 x 125 x 10 cm

Freitag, 25.05.2012 - Sonntag, 08.07.2012

Mo: geschlossen
Di: 14 bis 18 Uhr
Mi: 14 bis 18 Uhr
Do: 14 bis 18 Uhr
Fr: 14 bis 18 Uhr
Sa: 11 bis 17 Uhr
So: 11 bis 17 Uhr

Städtisches Kunstmuseum
Ekkehardstrasse 10
78224 Singen (DE)

Internet: www.kunstmuseum-singen.de
Karte

Gemälde und Objekte

Manch einer wird mutmaßen, dass das Städtische Kunstmuseum Singen mit seiner Ausstellung: „Eckart Hahn – Der schwarze Duft der Schönheit“ auf den aktuellen Trend der zunehmenden Präsentation (foto-)realistisch-phantastischer Malerei aufgesprungen ist. Eckart Hahn aber (*1971 in Freiburg, lebt in Reutlingen) ist ein Maler, der in seinen Gemälden und Objekten wesentlich mehr zu bieten hat, als eine maltechnisch perfekte Zusammenstellung surrealer Motive.

Hahns Bilder und Objekte nehmen uns gefangen, verführen, erzählen irritierende Geschichten, eröffnen Bühnen. Zuerst locken uns die stupende Virtuosität und technische Perfektion seiner Arbeiten ins Bild. Hahns in souverän beherrschter Lasurtechnik aufgetragene und aufgewalzte Farben sind sinnlich – mal leuchtend, mal stumpf, meist kühl. Die Oberflächen der mit feinsten Pinseln ausgemalten Bilder sind glatt. Die gewählten An- und Ausschnitte, Perspektiven, Überschneidungen und auch die Plazierung der Gegenstände in den verschiedenen Bildebenen überzeugen. Die klar umrissenen, in ihrer Künstlichkeit und Stofflichkeit präzis erfassten, komplex verwobenen Bildgegenstände setzt der Maler in Szene. Sie verharren, effektvoll beleuchtet, vor leeren Gründen. Dabei fächert sich das Repertoire der verwendeten Medien in letzter Zeit auf. Die Singener Schau zeigt aktuelle Beispiele: kunsthandwerklich oder technisch anmutende Objekte, raumgreifende Installationen, Leuchtkästen. In diesen materialisiert sich eine Tendenz, die Hahns Gemälden längst eingeschrieben war.

Der klassischen Falle phantastisch-realistischer Malerei – sich in der Virtuosität zu verfangen und nur noch selbstverliebt mit Effekten zu spielen – entgeht Eckart Hahn: „Es ist nicht meine Absicht, technisch perfekte Arbeiten zu erreichen, sondern ich suche im arbeitsaufwändigen Prozess den Arbeiten größte Sinnlichkeit zu geben, die zur inhaltlichen Intensität hinzukommt“ (Eckart Hahn). In seinen Arbeiten verbinden sich Fragmente kunsthistorischer Gattungen (Stillleben, Interieur, Herrscherbildnis, Genre- und Historienmalerei) sowie tradierte, vermeintlich mit fester Bedeutung versehene Motive (Kreuz, Draperie, Krähe, Taube, Licht, Rauch usw.) mit den Zeichen unserer neuen Zeit (Smartphones, Explosionen, Plastiktüten, Überwachungskameras usw.). Das Zusammentreffen solch irritierend kombinierter Motive, Zeichen und Bezüge stört den Zusammenklang. Als „kontextuelle Fallen“, „Tatorte“, die sich kausaler Analyse entziehen, „künstlerische Gegenangriffe“, denen ein „ernster, dunkler Ton“ eignet, hat man Eckart Hahns Werke beschrieben. Der Maler selbst spricht von „Bildern auf der Kippe“, die uns fesseln und schmerzen; Erinnerungen, Wünsche und Verluste gleichermaßen ins Bild setzen. Tatsächlich führt uns der nur scheinbar perfekte Realismus dieser Bilder an die Ränder unserer synthetisierten Wirklichkeit. Hahn schafft, so die Kritik, nicht nur „unheimlich schöne“ und „perfekt unbehagliche“ Welten – er führt uns die Brüche unserer heutigen Lebenswelt und das Unbehagen an der Kultur vor Augen.

Die bislang grösste Einzelausstellung von Eckart Hahn mit Gemälden, Objekten und Installationen aus dem Zeitraum von 2006 bis heute entstand in enger Kooperation mit dem Kunst-palais Erlangen und dem Kunstmuseum Heidenheim.

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