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Edition 5 Erstfeld / Maya Bringolf / Vincent Kohler

Edition 5 Erstfeld / Maya Bringolf / Vincent Kohler
Ausstellungen
Edition 5 Erstfeld

Samstag, 16.05.2026 - Sonntag, 19.07.2026

Mo: geschlossen
Di: geschlossen
Mi: geschlossen
Do: 18 bis 20 Uhr
Fr: 16 bis 18 Uhr
Sa: 12 bis 16 Uhr
So: 12 bis 16 Uhr

Vebikus Kunsthalle Schaffhausen
Baumgartenstrasse 19
8200 Schaffhausen

Internet: www.vebikus-kunsthalle-schaffhausen.ch
Karte

Ausstellung

Die Edition 5 Erstfeld, gibt seit 1994 dreidimensionale Multiples in einer Auflage von 5 Exemplaren von über 160 Kunstschaffenden heraus. Bereichert wird diese Editionsauswahl mit Beiträgen von Maya Bringolf und Vincent Kohler.
Während 30 Jahren hat die Edition 5 Erstfeld insgesamt 244 Objekte von nationalen und internationalen Kunstschaffenden herausgegeben. Ruth und Jürg Nyffeler achteten darauf, dass sowohl Kunstschaffende zahlreicher verschiedener Nationen als auch verschiedener Generationen vertreten waren. Dabei wurde keine stringente Stilrichtung verfolgt, vielmehr waren es persönliche Vorlieben und Interessen, die zu einer Zusammenarbeit führten. In der Vebikus Kunsthalle Schaffhausen ist eine repräsentative Auswahl zu sehen. Einzelne Arbeiten werden zum ersten Mal in einer grösseren Ausstellung gezeigt. Ebenfalls vertreten in der Edition 5 Erstfeld sind Maya Bringolf und Vincent Kohler.
Invar-Torre Hollaus schreibt in einem Essay: «Bei einem Besuch bei Ruth & Jürg Nyffeler in Erstfeld lässt sich dieser vielstimmige Dialog eindrucksvoll erleben. Man wird auf ganz unterschiedlichen sinnlichen, intellektuellen, ästhetischen und materiellen Ebenen aktiviert. Das ist Ausdruck einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Kunst und zeugt von einer Haltung, die offen ist für Neues, Unkonventionelles, Überraschendes und sich auch auf Widerständiges einlässt. Andere Meinungen werden nicht nur geduldet, sondern sind explizit erwünscht. Im Austausch mit diesen individuellen ‘Gesprächspartnern’ kann man so seinen eigenen Standpunkt kritisch hinterfragen, um sich auf diese Weise neu in der Welt zu verorten. Die Auseinandersetzung mit Kunst wird hier wirklich gelebt.»
www.edition5.org  

Maya Bringolf, gebürtige Schaffhauserin, lebt und arbeitet in Zürich.
Es sind alltägliche Einrichtungsgegenstände, ausgemusterte Kleider oder Dinge, die kurz davorstehen, irgendwo entsorgt zu werden, welche Maya Bringolf mit neuem Leben versieht. Dabei mutet es durchaus schonungslos und brachial an, wie die neu zusammengebrachten Gegenstände in eigentümliche ästhetische Gebilde umgeformt werden. Es lässt uns vermuten, dass diese «heftigen Veränderungen» durchaus lustvoll. All die ausgedienten Teppiche, Plastikstühle, Metallrohre oder Möbelstücke erhalten durch Maya Bringolfs Hand ein Revival, eine neue prekäre und unerwartete Erscheinung.
Isabel Zürcher schreibt zu Maya Bringolfs Teppichen: «Ihre Teppiche sind gelocht, und versengt erscheint die Kunstfaser industriell gefertigter Bettvorleger. Wie eine Salve von Einschusslöchern metastasieren neue Muster durch Gewebe und Ornament. Doch der erste Schein trügt: Maya Bringolf hat die Perforation nicht eingebrannt ins wohnliche Accessoire. Die runden Öffnungen schneidet sie aus und bepinselt die verletzte Textur sorgfältig mit Epoxyd-Harz zur Festigung. Schwarzer Acrylspray simuliert Rauchspuren. Eine toxische Materialität dringt so ins Kunsthandwerk, frisst sich durch den Boden bürgerlicher Wohnkultur. Und während wir in der Verletzung noch ein Sakrileg erkennen, gewinnen die Objekte ihre andere Schönheit, ihre unheimliche Opulenz.»  

Vincent Kohler, geboren in Nyon, lebt und arbeitet in Lausanne.
Vincent Kohlers Werk konzentriert sich vorwiegend auf Bildhauerei und Malerei, wobei immer wieder seine Affinität zur Musik und im Besonderen zur Pop-Musik in Erscheinung tritt. Von sich schreibt der Künstler: «Ich experimentiere mit verschiedenen Ausdrucksformen wie Illusion, Ablenkung, Transformation oder Vergrößerung von Alltagsgegenständen – sei es aus dem Alltag, dem Volksglauben oder aus der Fantasie.» Dabei sind es mehrheitlich simple Alltagsgegenstände (Schlitten, Kühlschrank, Musikinstrumente, Cervelats oder andere industriell gefertigte Dinge), die mit artifiziellen Mitteln «nachgebaut» werden. Es entstehen irritierende Konstrukte, die an wahrhaft «echte» Dinge erinnern, welche jedoch auf eigentümliche Art als «fake objects» in Erscheinung treten. Es wirkt so, als würde Vincent Kohler bestehende Gegenstände noch einmal denken und in ihre eigene, behutsam gestaltete artifizielle Welt übersetzen.
Andrea Thal schreibt zu Vincent Kohlers Werk: «Seine Aufmerksamkeit gilt vielmehr den aus dem Alltag aufgegriffenen Artefakten, Apparaten und Techniken und der Frage, wofür diese stehen, wenn sie als vergrösserte Kulissen für einen (noch) nicht realisierten Film stehen. Dabei erfolgt nie ein Abgesang oder eine Verhöhnung des Zitierten, davon zeugt schon alleine die Aufmerksamkeit für das Detail und die liebevolle Ausführung der Objekte. Sie erlauben es dem Künstler, ein Phänomen aus seinem angestammten Kontext zu lösen, und seinen Möglichkeiten und Beschaffenheiten freien Lauf zu lassen. Anstelle eines möglichen Zynismus tritt die Geste der Versöhnlichkeit.»

Bühne
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