
Kunstprojekt hinterfragt gängige Sichtweisen zum Thema Helligkeit und Finsternis
Wenn zur herbstlichen Tag-und-Nacht-Gleiche vom 22. auf den 23. September die Dämmerung einsetzt, beginnt in Engens Altstadt das Kunstprojekt «Equinox»: Nach der Eröffnung um 19 Uhr auf dem Platz hinter dem Rathaus wird die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet, private Fenster und gewerbliche Schauflächen bleiben unbeleuchtet, und im Schutz der Dunkelheit schickt Equinox seine Besucher auf eine Reise zu 24 Stationen, die wie miteinander vernetzte Lichtinseln über die Kernstadt verteilt sind. Ziel der Installationen und Performances ist es, gängige Sichtweisen zum Thema Helligkeit und Finsternis zu hinterfragen.
Lichtprojekte in Metropolen wie Berlin, Barcelona oder London setzen auf Effekte: Im großen Stil werden Häuser illuminiert und Worte auf Fassaden projiziert. In Engen haben sich die Projektplaner von Equinox etwas ganz anderes ausgedacht. Ihnen geht es nicht um den dekorativen Aspekt nächtlicher Licht- und Schattenspiele, sie bringen Licht und Dunkelheit auf gleiche Augenhöhe und werfen Klischees über Bord: Hell und freundlich , düster und kalt – wie prägen solche Wortpaare unser Denken? Können Lichtgestalten auch Finsterlinge sein? Wäre der Silberstreif am Horizont auch ohne das Dunkel der Nacht möglich?
Insgesamt beteiligen sich 18 Künstler an Equinox, das auf eine Idee des Standortmarketing-Arbeitskreises zurück geht, von den Stadtwerken, der Künstlergemeinschaft im Türmle sowie dem Kulturamt in ein Konzept umgesetzt wurde und ausschließlich von Sponsoren getragen wird.