Freitag, 26.03.2010 - Samstag, 22.05.2010
Die beiden Künstler präsentieren ihre neusten Werke.
Jean Mauboulès & Rolf Forster
Zwei Künstler in der GALERIE O vom 25. März bis 22. Mai 2010
Für Jean Mauboulès sind Fragen des Raumes immer zentral gewesen. Räume aber werden durch ihre Umrisse, ihre Kontur fassbar, ihre Grenzen definierbar. So ist denn Mauboulès’ Interesse für den Raum zwingend mit seiner Hinwendung zu Linie und Zeichnung verbunden. Der Charakter des Zeichnerischen liegt vielen seiner Werkgruppen und allen Gattungen zugrunde. Sowohl Skulpturen und Reliefs als auch verschiedenste Arbeiten auf Papier lassen sich als Zeichnungen betrachten.
Die Bedeutung der Bewegung wurde durch Margit Weinberg Staber für Mauboulès’ Schaffen früh erkannt. In einem Text von 1986 spricht sie von einem „Bewegungskonzept“, vergleicht Mauboulès „Mouvement arrêté“ mit Paul Klees „Energiepunkt“ verweist auf Piet Mondrian und den russischen Konstruktivismus. Obwohl sich in Mauboulès’ Kunst vordergründig nicht bewegt, macht die ausgewiesene Kennerin der Konstruktiven und Konkrete Kunst auch auf die Nähe zur Kinetischen Kunst aufmerksam. Energie und Bewegung können durch die Linie, ihren Schwung und Verlauf, gezeigt werden. So muss Mauboulès’ Interesse für Raum Bewegung zwingend zur Zeichnungen führen: „Seine gezeichneten, geformten und geschmiedeten Linien sind sowohl Grenzmarken wie Vektoren. Damit sind die beiden Grundelemente des Daseins und seine Erfassung, Raum und Zeit, miteinander verbunden. Dieser Tatsache verdanken Mauboulès’ Werke nicht nur Lebendigkeit, sondern auch ihre gedankliche Tiefe. Gleichnishaft können seine Abstraktionen von Bewegung und Stillstand, das Zusammenstossen von Gegensätzen, die labilen Gleichgewichte für den Lauf der Dinge und des (Zusammen-) Leben stehen“. Christoph Vögele Konservator des Kunstmuseums Solothurn.
Die Bilder des in Hemishofen lebenden Künstlers Rolf Forster sind von vertikalen oder schräggestellten Linien bestimmt und strahlen Ruhe und innere Ordnung aus. Die Sparsamkeit der Formensprache führt aber keinesfalls zu Eintönigkeit, vielmehr ergeben sich aus den linearen Kompositionen Spannungen und Überraschungen. Forsters in Acryl auf Holz gemalten Kompositionen enthalten oft mehr Farben und Formen, als man auf den ersten Blick wahrnimmt. Was auf eine Schwarz-Weiss-Wirkung hin ausgerichtet ist, offenbart plötzlich differenzierte Blau- oder Rottöne, die gerade wegen ihrer Verhaltenheit beeindrucken.
Rolf Forsters Arbeiten wollen entdeckt und aus ihrer Reserve herausgeholt werden, sie geben aber keine Rätsel auf, sondern sprechen eine klare Sprache. Eine Sprache allerdings, die weniger einfach ist, als es vielleicht den Anschein hat. Die Bilder enthalten auch einen sehr musikalischen Aspekt. Man könnte sich beispielsweise Musik von Johann Sebastian Bach dazu denken oder auch eine Zwölftonmusik, die auf klaren Kompositionsschemata beruht, daneben aber sehr lebendig und rhythmisch geprägt ist.
Sie werden am Samstag 24.04.2010 anwesend sein.