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Johan Christian Castberg – «Frühling im Herbst»

Johan Christian Castberg – «Frühling im Herbst»
Ausstellungen

Sonntag, 02.05.2021 - Sonntag, 16.05.2021

Mo: geschlossen
Di: geschlossen
Mi: geschlossen
Do: 14 bis 18 Uhr
Fr: 14 bis 18 Uhr
Sa: 14 bis 18 Uhr
So: 14 bis 18 Uhr

Tigerfinklifabrik
Steinerstrasse 16
8253 Diessenhofen

Karte

Austellung

Eine wilde Liebe mit der Schaffhauserin Grie Empeyta-Schaefle

2006 stirbt eine Schaffhauserin im waadtländischen Cully. Der Schaffhauser Antiquitätenhändler Hans Füllemann räumt deren Wohnung. Im Nachlass finden sich erotische Zeichnungen. Kein Krimi, aber eine Recherche ins Triebleben zweier Menschen beginnt.

Bei der Frau handelt es sich um Grie Empeyta-Schaefle, 1920 in Schaffhausen geboren. Sie war eine Dame von Welt, verkehrte in besten Häusern, hatte ein Faible für reiche Männer, trug Hermès-Foulards und suchte Abenteuer. Eines davon war der Maler Johan Christian Castberg, geboren 1911 im norwegischen Bergen. Dieser war ebenso angetan von schönen Frauen, die er für ihre Wohnungen und Bürgerhäuser grossformatig porträtierte. Er war verheiratet in Genf und lebte daselbst in einer Patchworkfamilie mit zwei von drei Kindern seiner zweiten Frau. Castberg nahm sich künstlerische und sexuelle Freiheiten: Grie war ihm in den späten 1960er-Jahren Subjekt seiner Seitensprünge, Muse und Maitresse. Die gesellschaftlichen Umbrüche und die Kündigung sexueller Konventionen liessen vieles zu, und zwar bei beiden Geschlechtern. Grie war für ihn die wunderschön blonde Verlockung, er war für sie der charmierende Draufgänger und humorvolle Lebemann.

Eine amour fou
Castberg hat ihr immer wieder geschrieben, Dutzende grossformatiger Umschläge lieferten Zeichnungen und Skizzen frei Haus, begleitet von heissen Liebeserklärungen. Holprig geschriebene, zwischen französisch, englisch und norwegisch changierende Briefe trafen im Dorf etwas ausserhalb von Lausanne ein. Beide waren, gemäss den vorhandenen Briefen, ziemlich «hon» (norwegisch für geil). Grie Empeyta-Schaefle, deren erster Mann unbekannterweise aus ihrem Leben entfloh und deren gemeinsamer Sohn sich 1994 das Leben nahm, verlebte wilde Nach-68er-Zeiten.
All das pikante Material überdauerte in der untersten Schublade ihrer Louis XVI.-Kommode. Nicht einmal die terminierte Hochzeit mit dem praktisch gleichaltrigen Prinz Christian von Hannover, der ein Viertel Jahr vor der Eheschliessung 1981 bei ihr in Cully verstarb, bewog sie zum Ausmisten.

Mit Sehnsucht aufbewahrt
Das intime und erotische Werk in ihrem Nachlass zeugt von der gefährlichen Liebschaft mit Castberg. In diesem Fund wird nicht nur eine konservierte Episode des Lebens sichtbar, sondern auch der dem Surrealismus zugeneigte Maler Castberg, der zwar in Genf, Paris, Stockholm und Oslo in Kunstmuseen vertreten ist, von dem es aber bislang keine Publikation gab. Auch ist nicht bekannt, wie und wann Castberg sich aus der Schweiz wieder davonmachte und seine heisse Liebe zurückliess, oder sie ihn aufgrund neuer Liebschaften verschmähte. All dies hat nun der Kunsthistoriker und Kurator Fritz Franz Vogel in einer Ausstellung und in einem Buch aufgearbeitet. Beide Medien geben Einblick in eine wilde und ziemlich tabufreie Zeit.

Eröffnung ist am Sonntag, 2. Mai, 11:00, mit einem aphrodisischen Buffet. Ehemalige Tigerfinklifabrik, Steinerstr. 16, 8253 Diessenhofen. Die Ausstellung ist nur bis zum 16.5. geöffnet, jeweils von Donnerstag bis Sonntag, 14:00–18:00, oder nach Vereinbarung: 044 780 07 51.

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