Samstag, 05.12.2009
21:00 Uhr
Kulturgaststätte Sommerlust
Texte und Chansons mit Esther Hasler
Hören, sehen und vergehen
Eigentlich ist das Lausen ja ein wunderbares, inniges, gemeinschaftliches Ritual - man kommt sich nahe. Allerdings näher, als Leuten lieb ist, die sich vor lauter Zivilisation nicht mehr an die Urahnen auf Bäumen und Felsen erinnern. Muss man das alles sehen und wissen?
Esther Hasler sicher. Sie stellt ihr Mikroskop tiefenscharf und kratzt dort, wo zartbesaitete Therapeuten und fanatische Tierfreunde gerne mal wegschauen: An den menschlichen Beziehungen zu Angehörigen der eigenen Spezies, aber auch zu absolut anders gearteten Wesen. Mit ihrem feingeeichten Seismografen registriert Hasler die kleinen und grossen menschlichen Beben, schürft tief in un- und urvertrauten seelischen Tiefen, wo sich Instinkt und Intellekt schon lange gute Nacht gesagt haben, wo Kultur und Natur zu verfliessen beginnen. Sie zeigt den Homo Sapiens, diese bedrohte Rasse, beim leichtfüssigen oder lustlosen Lavieren mal neben, mal auf der Lebenslinie, mal als Parasitenhasser mit Putzfimmel. Frau Friedli sinniert über das Zeitliche, über moderne Gehgewohnheiten und männliche Rundungen. Gruschenka, die Adoptivgrossmutter, oszilliert zwischen existentieller Lebensweisheit, praktischen Ratschlägen zur alltäglichen Lebensbewältigung und später Vergänglichkeit.
Eintritt: Fr. 30.–
Koproduktion mit ThiK. Theater im Kornhaus Baden
Sprache: deutsch
Kostüm: Inge Gill Klossner