Freitag, 29.11.2013
20:00 Uhr
Kinotheater Central
Ein Liedermenue zwischen Dolce Vita und Zusatzversicherung
Zwei Schwestern auf der Bühne – hier die Sängerin, die sich ganz dem italienischen Liedgut verschrieben hat, da die brillante Köchin, die sogar Spiegeleier a I‘italienne zum Ereignis werden lässt. Die Beiden verkörpern die zwei Seelen, die jede Seconda in sich trägt: Die leicht verklärte Sehnsucht nach Dolce Vita, die gnadenlos auf den nüchternen Schweizer Wohlstand trifft.
Nichts ist den beiden heilig, da machen sie bei sich selbst keine Ausnahme: Wenn eine Frau einen Mann gefunden hat, dann entspannt sie sich – ihre Haut entspannt sich, ihre Brüste entspannen sich, ihr Hintern entspannt sich. Sie sind keine Rassistinnen, aber eigentlich mögen sie nur Italiener; die alten Menschen sind ihnen heilig, werden aber von tölpelhaften Neffen umgebracht und Maria Pia kann nur auf der Toilette etwas lesen, weil sie als Kind nur dort lesen durfte – die Zeitungen fürs Toilettenpapier. Der pavlovsche Effekt, wie sie erklärt.
Singen und fabulieren bis man tot umfällt (mit 65 im Kreise der italienischen Familie oder mit 90 im sterilen Schweizer Altersheim?), das ist die Devise des neuesten Programms der fonzzis. Ferruccio Cainero hat für Lorena Jovanna und Viola Barreca ein Theaterstück geschrieben, das so präzise auf die beiden zugeschnitten ist wie der Neat Tunnel die beiden Länder verbinden wird.
Eintritt: Fr. 30.-