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Paul Schad-Rossa (1862 – 1916) – «Die Wiederentdeckung eines Symbolisten»

Paul Schad-Rossa (1862 – 1916) – «Die Wiederentdeckung eines Symbolisten»
Ausstellungen

Sonntag, 09.03.2014 - Sonntag, 06.07.2014

Mo: geschlossen
Di: 14 bis 17 Uhr
Mi: 14 bis 17 Uhr
Do: 14 bis 17 Uhr
Fr: 14 bis 17 Uhr
Sa: 10 bis 17 Uhr
So: 10 bis 17 Uhr

Städtisches Museum Engen + Galerie
Klostergasse 19
78234 Engen (DE)

Internet: www.engen.de
Karte

Ausstellung

Am Sonntag, 9. März, um 11.30 Uhr wird die Sonderausstellung "Paul Schad-Rossa (1862 – 1916). Die Wiederentdeckung eines Symbolisten" im Städtischen Museum Engen + Galerie eröffnet und dauert bis 6. Juli

Die Sonderausstellung zeigt über 80 noch nie gesehene Gemälde und Zeichnungen des Künstlers Paul Schad-Rossa, der an der Schwelle zur Moderne um 1900 ein außergewöhnliches Experiment wagte: die Erforschung der menschlichen Seele. Als Symbolist und Neuromantiker huldigte er einer spirituellen Ausdruckskunst, die das reale Abbild dem Wesen der Erscheinung unterordnete. Noch heute wirken viele seiner Darstellungen geheimnisvoll, rätselhaft. Umso mehr, als auch die Person des 1862 in Nürnberg geborenen Künstlers nach wie vor weitgehend im Dunkeln liegt.

Schad-Rossa studierte an der Münchner Akademie und war Meisterschüler des bekannten Genremalers Franz von Defregger. Von 1900 – 1904 war er Kopf des Grazer Künstlerbundes und führte einen symbolistisch durchströmten Jugendstil in der steirischen Stadt ein. Seit seinem frühen Tod in Berlin im Jahr 1916 geriet Schad-Rossa in völlige Vergessenheit. Erst durch die zufällige Entdeckung eines Nachlasses konnte sein Leben und Werk in mehrjähriger Forschungsarbeit rekonstruiert werden. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten des Künstlers schlummerten zum größten Teil seit 100 Jahren in Privatbesitz und wurden von Generation zu Generation weitervererbt, ohne jemals öffentlich ausgestellt zu werden. Zum letzten Mal gab es eine Überblicks-Ausstellung zu Paul Schad-Rossa auf der ‚Großen Kunstausstellung‘ in Berlin im Jahr 1914.

Der Abstand von 100 Jahren macht auch deutlich, in welche Ferne die Zeit vor dem 1. Weltkrieg gerückt ist. Der aus Frankreich nach Deutschland um 1890 einströmende Symbolismus war eine von Dichtung und Musik, Fantasie und Innenschau getragene, spirituelle Ideenkunst. Die neuen, von der akademischen Tradition losgelösten Ausdrucksweisen und Formexperimente wurden zum Ausgangspunkt des Aufbruchs in die Moderne. Viele Künstler der damaligen Zeit glaubten an die sittliche Erneuerung des Lebens durch die Kunst – eine Utopie, die erst durch die katastrophalen Erfahrungen zweier Weltkriege zerstört wurde.

Die Sonderausstellung zur Wiederentdeckung des Symbolisten Paul Schad-Rossa arbeitet daher nicht nur ein unbekanntes Kapitel der Kunstgeschichte auf – sie lässt auch eine weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein geratene Zeit wieder auferstehen, die in Kunst und Wissenschaft viele Grundlagen für unsere eigene Gegenwart gelegt hat.

Im Herbst 2014 werden Teile der Ausstellung nach Graz weiterwandern und in der Neuen Galerie, Universalmuseum Joanneum vor dem Hintergrund der Grazer Kulturgeschichte um 1900 gezeigt.

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