Freitag, 03.05.2013
20:30 Uhr
Kulturbeiz nudel26
Es ist nicht leicht sich in der heutigen Zeit Gehör zu verschaffen, in einer Zeit wo unsere Ohren durch ständige akustische Überberieselung überfordert sind und ein harter Verteilkampf um wenige Jazzkonzerte nur mit den Fäusten und gezielten Schlägen mit dem auf Hochglanz getrimmten Bandportfolio geführt werden kann.
Es ist auch nicht leicht, in Stille und mit Hingabe genau hinzuhören, mit sicherem Griff aus einer riesigen Menge dasjenige herauszuziehen, was Tiefe, Wirkung und Bedeutung hat.Dieser Schwierigkeit sehen sich Musiker und Veranstalter gleichermassen gegenübergestellt.
Als ich das Quintett des jungen Pianisten und Komponisten Philipp Eden zum ersten Mal gehört habe, fiel mir gleich auf, mit wie viel Liebe hier am Detail gearbeitet worden ist. Die Melodien bewegen sich schwebend im Raum, wehren sich gegen jede Gravitation, verströmen ins Offene. Die Harmonien sind voll an Farbe und stimmlicher Dichte und bis in die feinsten Spalten ausgehört. Es entstehen Spannungsfelder durch dieses Oben und Unten und ein Raum wird aufgespannt, in dem sich das musikalische Geschehen abspielt. Die Artikulation der Musiker ist präzis, im Zusammenspiel glaubt man sich Altmeistern gegenüber, mit grösster Selbstverständlichkeit wird der Aufbruch hin zu Neuem gefeiert.
Musik machen bedeutet aber nicht immer nur Neues zu erfinden, sondern auch Blicke auf die Dinge zu werfen, die sonst vergessen gingen. Dieses Quintett scheint dies nicht vergessen zu haben. Mit sorgfältigem Hinhören arbeiten die fünf Musiker an der Ausgestaltung ihrer Musik und stellen diejenigen wichtigen Fragen, welche immer gleich aktuell bleiben werden.
Tobias Pfister (sax)
Alessandro Pittini (g)
Philipp Eden (p,comp)
Moritz Meyer (b)
Nicolas Stocker (dr)
Eintritt CHF 25.-/15.-