Freitag, 15.08.2014
19:00 Uhr
Forum Vebikus
Ausstellungseröffnung
Porte Rouge – «Karabuki»
Porte Rouge steht für die Künstler Christoph Ranzenhofer (*1956 in Zürich) und Joa Iselin (*1951 in Zürich), die schon seit rund 30 Jahren zusammenarbeiten. Als "ungleiche Zwillinge" spielen sie sich selbst und andere Künstler, zitieren Kunstwerke und Designprodukte, hinterfragen und verarbeiten mit grosser Neugier und Ironie vorgefundene Formen und Inhalte. Porte Rouge pendelt zwischen den Gattungen und überschreitet laufend Grenzen. Sie verweben sich über verschiedene Medien und Kulturen miteinander und schaffen in performativen Szenen ästhetische und poetische Bilder mit Bezug zum Ort.
Das eigentliche Thema ist die Kunst. Was lange Texte kaum abzuhandeln vermögen, dafür brauchen sie keine halbe Stunde. Sie führen vor, wie sich Kunst präsentiert, wie sie entsteht, wovon sie lebt und wohin sie führt.
Andreas Marti – «slasdlalsflakdfgjalkdjglak ll»
slasdlalsflakdfgjalkdjglak ist keine Beschreibung in einer uns unbekannten Sprache, sondern vielmehr eine Aneinanderreihung von Buchstaben mit zufälliger Abfolge: Fülltext. Als beliebig zu beschreiben definiert sich diese Schnellschrift auf den zweiten Blick als eine sehr präzise motorische Definition. Bei mehrfacher Wiederholung des Schreibvorgangs zeichnen sich immer häufiger parallele Schreibweisen und Ähnlichkeiten ab, wenn nicht gar Wiederholungen. Es sind diese definierten Rhythmen, die sich in ihrer Unverbindlichkeit einer hohen Präzision annähern.
Die Ausstellung von Andreas Marti thematisiert diese Präzision und diese sehr persönliche Virtuosität mit mehreren sehr unterschiedlich anmutenden Arbeiten. Letztendlich umschreiben sie, trotz ihrer Unterschiedlichkeiten, das Werk Martis. Unterschiedlich in ihrem Medium finden die Arbeiten den gemeinsamen Nenner in einer minimalistischen Sprache, wobei die Grenzen der Materialeigenschaften, der Technik und der philosophischen Einbettung ausgelotet wird. Zwischen Experiment und Spiel, Konzept und Regelbruch definieren sich die Arbeiten in der Form von Installation, kinetischem Objekt, Skulptur und Malerei. Die erahnte Beliebigkeit des Fülltexts bringt die unterschiedlichen Arbeiten auf einen gemeinsamen Nenner: slasdlalsflakdfgjalkdjglak
Für die Ausstellung im Vebikus werden einige neue installative Arbeiten entwickelt. Diese nehmen auf die industrielle Geschichte der Räumlichkeiten und ihrer Umgebung Bezug. Eine kinetische Drahtinstallation, reduziert auf die elementaren Gesetzmässigkeiten der industriellen Technologie, wird den Zeichnungsprozess automatisieren.
Die gegenläufige Drehung von zwei gegenüberliegenden Akkuschraubern windet einen Stahldraht langsam zu einem Drahtkneuel. Die zeichnerische Linie wird über die Performance zur Skulptur.
Ein Stapel Papier, mit einer Öffnung nach oben, wird mit Aquarellfarbe gefüllt. Diese versickert langsam im Innern des Stapels, wobei sich die Farbigkeit im Innern verdichtet. Die Farbe sucht sich in tieferen Ebenen einen Ausweg durch die Papierschichten und fliesst aus.