Samstag, 31.12.2016
20:30 Uhr
Theater Die Färbe
Am Samstag, 31. Dezember feiert das Theater den Jahreswechsel in alter Tradition wieder einmal mit einer Premiere. Auf dem Spielplan steht das Schauspiel „Die Spieldose“ von Georg Kaiser.
Der spannende und hochdramatische Beziehungskrimi spielt an der bretonischen Küste zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und beschreibt auf eindrucksvolle Weise die zerstörerische Kraft des Krieges auf menschliche Beziehungen.
Der Bauernsohn Paul Chaudraz (Ben Ossen) kämpft an der Front, während seine Braut Noelle (Milena Weber) zuhause bei seinem Vater Pierre (Patrick Hellenbrand) in einem kleinen Dorf in der Bretagne lebt. Bei den Klängen einer Spieldose – Pauls Verlobungsgeschenk an Noelle – halten die beiden die Erinnerung an den jungen Soldaten lebendig. Wieder und wieder lesen sie seine Feldpostbriefe, lauschen der vertrauten Liebesmelodie und stellen so eine geistige Verbindung zu Paul her. Gleichzeitig versuchen sie, ihre heimlich entflammte Liebe zu unterdrücken, die jedoch im Laufe der Zeit unaufhaltsam wächst – bis zu jenem Tag, als sie von Parmelin (Elmar F. Kühling), dem Bürgermeister des Dorfes, die Nachricht erhalten, Paul sei gefallen.
Von nun an bekennen sie sich zu einander und gehen offiziell eine Verbindung ein. Noelle hofft, mit Pierre das aufbauen zu können, was ihr mit Paul versagt blieb. Aber dies soll nicht gelingen. Denn wieder ist es Parmelin, der einige Zeit später – die beiden sind inzwischen verheiratet und haben ein gemeinsames Kind – eine weitere Hiobsbotschaft zu überbringen hat: Paul lebt und wurde durch eine Verwechslung fälschlicherweise für tot erklärt. Allerdings hat er infolge der schweren Kampfgefechte und seiner Verletzungen das Gedächtnis verloren. Pierre und Noelle bleibt nichts anderes übrig, als den Heimkehrer bei sich aufzunehmen – unter den gegebenen Umständen als Knecht! Und diese gespenstische Schicksalsgemeinschaft findet ein jähes Ende, als Paul eines Tages die Spieldose entdeckt und bei ihrem Klang seine Erinnerung wiederkehrt …
Der expressionistische Autor Georg Kaiser (1878 – 1945) war einer der bedeutendsten und neben Bertold Brecht der meistgespielte deutsche Dramatiker der 20er Jahre. Durch sein Berufsverbot unter den Nationalsozialisten und sein Exil in der Schweiz gerieten viele seiner Stücke nach dem Krieg in Vergessenheit. Mit der „Spieldose“ entdeckte Regisseur Peter Simon einmal mehr eine „literarische Ausgrabung“ für den Färbe-Spielplan. Für die Bühne hat der Maler Gero Hellmuth eine bretonische Küstenlandschaft entworfen.
Die weiteren Vorstellungen finden ab 4. Januar 2017 jeweils am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag um 20.30 Uhr statt.
Kartenreservierung unter: (07731) 64646 + 62663, sowie www.die-faerbe.de. Abendkasse jeweils ab 19.30 Uhr. (Für die Silvester-Premiere sind nur noch wenige Karten vorhanden. Diese sind im Vorverkauf in der Färbe erhältlich.)