Samstag, 20.06.2026
19:30 Uhr
Kliniken Schmieder Gailingen
Erika und Klaus, die berühmten Thomas-Mann-Kinder, beide Schriftsteller, beide Bohémiens, beide Antifaschisten, beide auf der Flucht, beide Suchende, waren rastlos unterwegs. Gemeinsamkeiten gab es viele, seelisch waren sie aufeinander angewiesen. Gerne gaben sie sich als Twins aus, obwohl sie ein Jahr und neun Tage auseinander waren. Diese tiefe Bindung prägte auch ihr unruhiges Exilleben kreuz und quer durch Europa und die USA. Später wuchs die Distanz zwischen ihnen.
Am Samstag, 20. Juni 2026, 19:30 Uhr lädt das Jüdische Museum Gailingen zu einer Spurensuche zu Lebenswegen und schriftstellerischem Wirken des illustren Geschwisterpaars in den Hohentwielsaal der Kliniken Schmieder nach Gailingen ein. In einer szenischen Lesung mit Musik- und Textcollagen würdigen die Schauspieler Ute Maria Lerner und Mark Weigel Erika und Klaus Mann in einer Hommage. In ihrer Darbietung nähern sie sich den Geschwistern als Künstler und Menschen.
Die von Erika Mann in München gegründete „Pfeffermühle“ wurde nach der NS-Machtübernahme zum einflussreichsten europäischen Exil-Kabarett. Erika Mann schrieb Kriegs- und Reisereportagen, Kinderbücher und Theaterstücke und wurde die wichtigste Mitarbeiterin ihres Vaters Thomas.
Klaus Mann, der Autor bedeutender Werke wie „Der Vulkan“, „Der Wendepunkt“, „Speed“ und „Mephisto“ starb 1949 an einer Überdosis Schlaftabletten in Cannes . Nach seinem Tod widmete sich Erika mit Nachdruck der Veröffentlichung seines Werkes. Sie starb 1969 in der Schweiz.