Sonntag, 02.06.2013
20:00 Uhr
Altes Schulhaus
Einen besonderen Abend verspricht die nächste Veranstaltung des Kulturkreises Jestetten u. Umg. e.V im Alten Schulhaus in Jestetten.
Nachdem 2010 mit dem Geiger Michael Grube die Geige im Zentrum stand, wird dieses Mal das tiefste Instrument der Streichquartettfamilie, das Violoncello, im Mittelpunkt des Abends stehen. Der Titel „Saitensprünge“ soll verdeutlichen, dass das Violoncello von verschiedenen Seiten beleuchtet werden wird. Natürlich steht die Musik an erster Stelle. So wird der Solist des Abends, der Schweizer Cellist Emanuel Rütsche u.a. drei der sechs „Suiten für Violoncello solo“ von JOHANN SEBASTIAN BACH interpretieren. An den Interpreten stellen diese Werke hohe Anforderungen, ohne dass er die Möglichkeit erhält, als Virtuose zu glänzen. Das mag das mangelnde Interesse an den Cellosuiten erklären. Auch heutzutage finden sie mehr lobende Erwähnung als dass sie tatsächlich aufgeführt werden. Der berühmte Cellist Pablo Casals sagt über diese Solosuiten: „Sie sind die Quintessenz von Bachs Schaffen, und Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik.“ Wie Pablo Casals selbst dieses Werk als Kind für sich entdeckte, können Sie auch an diesem Abend erfahren.
Der in Rheinau lebende Schauspieler Yves Robert Buergi umrahmt die Musik mit Rezitationen aus den Autobiographien zweier bedeutender Cellisten. Wie schon erwähnt, wird zum einen der katalanische Cellist PABLO CASALS, der wohl prägendste Cellist des 20. Jahrhunderts zu Wort kommen. Seine Lebensgeschichte „Licht und Schatten auf einem langen Weg“ zieht einen ohne aufhören zu können mit ungläubigem Staunen, mit Spannung und Bewunde-rung in seinen Bann.
Zum anderen wird aus GREGOR PIATIGORSKYS amüsanter Autobiographie „Mein Cello und ich und unsere Begegnungen“ gelesen. Nachdem Furtwängler ihn zum ersten Solocellisten der Berliner Philharmoniker gemacht hatte, begann seine Weltkarriere.
Die dritte Literaturvorlage ist WOLF WONDRATSCHEKS Roman „Mara“. Hier schildert der Autor die Lebensgeschichte eines Instruments („Mara“), einem Violoncello aus der Meister-werkstatt von Antonio Stradivari. Maras Schicksal und Bestimmung ist Zeitgenossenschaft und deren Musik im nun dritten Jahrhundert; Glanz und - nicht Elend, sondern - Langeweile begleiten sein Dasein, das freilich auch die totale Dekonstruktion übersteht. Denn im Jahr 1963 säuft Mara während einer Tournee in Südamerika ab mit einer Fähre auf dem Rio de la Plata und taucht in Einzelteilen wieder auf.
Freuen Sie sich auf einen spannenden und abwechslungsreichen Abend im Alten Schulhaus in Jestetten!