
Dienstag, 14.09.2010
12:30 Uhr
Kirche St. Johann
3. Mittagskonzert
Peter Leu, Schaffhausen
Obwohl die Orgelmusik im umfangreichen Gesamtwerk Felix Mendelssohns quantitativ nur eine bescheidene Rolle spielt, hatte sie doch eine bedeutende Wirkungsgeschichte: zum einen wegen ihres qualitativen Gehaltes, zum anderen, da mit Mendelssohn seit längerem wieder ein international anerkannter Komponist für das Instrument eintrat. Sein Ruhm als Orgel- virtuose ging dabei hauptsächlich von England aus.
Bei den Sammlungen von drei Präludien und Fugen sowie den sechs Sonaten handelt es sich weitgehend um Zusammenstellungen und Umarbeitungen früher komponierter Sätze, deren originelle Resultate oft weitab des gängigen Schemas liegen.
So folgen dem einleitenden Choral der 5.Sonate ein stilles An- dante con moto mit einem charakteristischen Pizzicato-Pedal und ein schwungvolles Finale.
In Deutschland liess sich Mendelssohn nur zweimal öffentlich an der Orgel hören. Berühmt wurde sein von Robert Schumann begeistert rezensiertes Konzert in der Leipziger Thomaskirche, das er 1840 zugunsten des geplanten Bach-DenkmaIs gab.
Obschon Schumann selber die Orgel sehr schätzte («Gehst du an einer Kirche vorbei und hörst Orgel darin spielen, so gehe hinein und höre zu. Wird es dir gar so wohl, dich selbst auf die Orgelbank setzen zu dürfen, so versuche deine kleinen Finger und staune vor dieser Allgewalt der Musik») gibt es von ihm keine eigentlichen Werke für dieses Instrument, wohl aber für den damals gerade in Mode gekommenen Pedalflügel. Nachdem sich Robert und Clara 1 845 ein Pedal zu ihrem Flügel gemietet hatten, begann er mit der Komposition der «Studien» (sechs Stücke in kanonischer Form) op. 56 und der «Skizzen» op. 58. Im selben Jahr entstanden auch die sechs «Fugen über den Namen BACH», die Schumann zu seinen gelungensten Werken zählte. Anlässlich seines Besuches bei den Schumanns im Sommer dieses Jahres bekam Mendelssohn einige dieser neuen Stücke zu Gehör. Im vorliegenden Programm erklingen aus jedem der Zyklen zwei Werke. In ihnen verbinden sich strenge Konstruktivität (Kanon, Fuge) mit romantischer Fantasie und Poesie auf einzigartige Weise.
Freier Eintritt – Kollekte