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Seniorenuniversität SH

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Senioren

Montag, 25.03.2019

14:30 Uhr

Parkcasino
Steigstrasse 26
8200 Schaffhausen

Internet: www.parkcasino.ch
Karte

«Wenn das Eigene fremd wird – verändertes Selbsterleben bei Demenz»

Vortrag mit Dr. Christoph Held, Heimarzt und Alterspsychiater, Lehrbeauftragter der Universität Zürich und Dozent an verschiedenen Fachhochschulen

Eine der häufigsten Fragen von Angehörigen von demenzkranken Menschen betrifft den «richtigen» Zeitpunkt für deren Eintritt in ein Pflegezentrum. Auch retrospektiv machen sich Angehörige oft Vorwürfe, ob es nicht «doch noch länger zu Hause gegangen wäre».

Als medizinisches/pflegerisches Argument für eine Einweisung gilt der «Schweregrad» der Demenz – aber schon die Bestimmung dieses Schweregrades kann sehr schwierig sein. Die häufigsten Kriterien richten sich nach der Abnahme von kognitiven und funktionellen Fähigkeiten bei den alltäglichen Aufgaben wie Körperpflege, Verpflegung und Ausscheidung. Weitere Kriterien sind psychische Symptome und auffälliges Verhalten, welche die betreuenden Angehörigen seelisch und körperlich belasten.

Wenig beachtet wird erstaunlicherweise die Frage, inwieweit die Betroffenen selbst das Verbleiben zu Hause noch als «selbstverständlich» erleben. Oft wird dies von Angehörigen einfach behauptet oder als «selbstverständlich» angenommen, denn die Betroffenen können sich nicht mehr eindeutig und verlässlich darüber äussern.

In meinen Ausführungen zum veränderten Selbsterleben bei Demenz zeige ich jedoch, dass viele demenzkranke Menschen gerade die «eigene» Wohnung und die «eigene» Umgebung, die «eigene» Biographie und später auch die «eigenen» Angehörigen zunehmend als fremd und bedrohlich empfinden.

Der Übertritt in eine biographisch «neutrale» Umgebung stellt für die Betroffenen dann oft eine Erlösung und Befreiung von der eigenen Biographie dar. Psychiatrische Symptome wie Wahn, Angst oder Unruhe nehmen nach dem Übertritt erheblich ab und Psychopharmaka können gestoppt werden. «Befreit vom Eigenen» und «Geborgen im Fremden» – man muss diesen Lazarus Effekt bei Demenzbetroffenen genug oft erlebt haben, um die scheinbar paradoxe Empfehlung zum rechtzeitigen Verlassen der gewohnten Umgebung vertreten zu können.

Diese gilt es zu (er-)kennen und dank lebenslangem Lernen zu stärken.
Einzeleintritt: Fr. 15.–
Jahresabo: Fr. 210.- (Einzel) / 380.- (für Ehepaare)

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