Sayaka Schmuck, Klarinette
Axel Hess, Violine
Daniel Heide, Klavier
19.15 Uhr Einführung von Musikwissenschaftler Dr. Helmut Weidhase
Astor Piazzolla (1921–1992)
„Primavera porteña“ („Frühling in Buenos Aires“)
Aus „Die vier Jahreszeiten“ nach Antonio Vivaldi
Igor Strawinsky (1882–1971)
„Die Geschichte vom Soldaten“
Das Wupper-Trio führt gemeinsam mit dem Schauspieler Gerald Friese im Rahmen der Kammerkonzertreihe der Stadthalle Singen am Samstag, 1. April um 20 Uhr „Die Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky auf. Zuvor spielt das Trio mit Sayaka Schmuck (Klarinette), Axel Hess (Violine) und Daniel Heide (Klavier) „Primavera porteña“ („Frühling in Buenos Aires“) aus „Die vier Jahreszeiten“ von Astor Piazzolla nach Antonio Vivaldi. Um
19.15 Uhr findet eine Konzerteinführung von Musikwissenschaftler Helmut Weidhase statt.
Das Wupper-Trio ist ein junges Ensemble, das feinste Kammermusik auf höchstem Niveau bietet. Die drei jungen Musiker verbindet eine langjährige Bühnenerfahrung, ausgezeichnete Beherrschung ihrer Instrumente und die Liebe zur Kammermusik. Das Publikum zeigt sich immer wieder begeistert von den charismatischen Auftritten des Trios sowie den vielfältigen Programmen: Originalkompositionen für diese Besetzung unter anderem von Mozart und Bruch, mitreißende Bearbeitungen der Tangos von Piazzolla bis hin zu Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ in einer eigenen und einzigartigen Triofassung mit dem Schauspieler Gerald Friese. Er ist auch Schauspiel-Lehrer, Literatur-Performer, Regisseur und Dramatiker. Aktuell arbeitet Friese unter anderem für die Film-Akademie Baden-Württemberg und den SWR.
„Die Geschichte vom Soldaten“ erzählt von einem Menschen, der dem Teufel seine Seele verkauft, um seinen eigenen Weg gehen zu können. Doch er muss schmerzlich erkennen, dass Glück auch mit Reichtum nicht zu erlangen ist. Die Komposition des jungen Igor Strawinsky in szenischen Bildern gilt als ein Schlüsselwerk des europäischen Expressionismus, als eine genuine Verbindung von Musik und Sprechtheater. Die Musik orientiert sich an vertrauten musikalischen Formen wie Marsch, Tango, Walzer, Ragtime und Choral. In der Originalfassung für sieben Instrumente komponiert, erklingt das Stück beim Kammerkonzert in der Stadthalle Singen in der später von Strawinsky selbst bearbeiteten Fassung für drei Instrumente: Klarinette, Violine und Klavier, die vom Wupper-Trio durch Auftragsarrangements ergänzt wurde.
Vor Strawinskys Soldaten-Märchen wird sozusagen als Ouvertüre eine ebenso auf graphisch-lineare Feinheit reduzierte Komposition von Weltruhm musiziert: Der „Frühling“ aus Astor Piazzollas „Vier Jahreszeiten“ (1970). Aus dem Quintett mit Bandoneon wird hier ein Trio, das alle emotionale Erregung und Seelenbegegnung des „Primavera porteña“ ausspielt: Tango Nuevo. Das ist konzertanter Kunst-Tango, mit Strawinsky- und Bartokrhythmen angereichert, mit impressionistischen Klängen drapiert und einprägsamer Melodik voller Lenzlust und Mollmelancholie. So modern vieles klingt, ein wenig Vivaldi-Barockerinnerung mischt sich ins argentinische Tanz- und Gefühlsmusizieren.