Samstag, 07.05.2011
15:00 Uhr
nudel26
Vernissage
Mirjam Candan nennt es Picturedreaming, ein Bilder(er)träumen. Sie hat mit ihrer kleinen, einfachen Kamera, die sie immer dabei hat, eine sehr eigene und einzigartige Art zu fotografieren entwickelt. Mit wachen Sinnen lässt sie den Zufall seine Arbeit tun und übt sich auch mit ihrer Kamera in der Gabe, überraschende Entdeckungen zu machen. Serendipity nennt man dieses Prinzip, Mirjam Candan hat es erforscht, kürzlich gar ihre Master-Thesis diesem Thema gewidmet. Es ist Fotografie, die Malerei sein könnte, die Mirjam Candan betreibt. Normalerweise fängt man mit der Kamera das Sichtbare, Reale ein. Mirjam Candan gelingt es, mit ihren Bildern nicht nur einen Moment der Bewegung, sondern auch eine Art nicht-alltägliche Wirklichkeit einzufangen. Verzaubert und wie in einem Rausch kann ich mich in diese Bilder fallen lassen, mich auf der dünnen Linie zwischen Träumen und Wachen bewegen, das Defokussieren wird mir leicht gemacht. Da verwandeln sich monotone Strassen und karge Landschaften in Gemälde mit schimmernden Farben. Da sind Bilder, die flüstern und Bilder, die singen. Es sind Bilder, die mich die Bewegung spüren lassen, aus der sie entstanden sind. In einem einzigen schnellen und doch sehr innigen Augen-Blick. Hier zu sehen sind Mirjam Candans Baumkompositionen. Farbschlieren. Rauschende Blätter. Lichtbilder. Tanzende Bäume, die eine eigenartige poetische Choreographie entwickeln. Bäume haben ja immer viel zu erzählen, und diese hier schreiben Gedichte. Poetrees eben.
(Peter Stalder)
Finissage: Samstag 2. Juli 2011 ab 17 Uhr