Komödie von Ephraim Kishon
Regie: Manfred H. Greve
Mit Rainer Delventhal, Andreas Edelblut, Nina Selchow, Hans-Jürgen Gündling, Reinhard Horras und Frederike Bohr
Theater Greve, Hamburg
Einen satirischen Augen- und Ohrenschmaus verspricht Regisseur Manfred Greve mit der Komödie „Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht!“ aus der Feder des israelischen Bestseller-Autors Ephraim Kishon (1924-2005). Sie stellt höchst witzig wortreiche Interpretationen moderner Kunst und deren Vermarktung in Frage. Kishon war einer der bedeutendsten Satiriker des 20. Jahrhunderts. Das Lustspiel mit Musik bietet ein Potpourri absurder Vernissage-Reden und eine Fülle treffender Bildbeispiele. Am Donnerstag, 14. Oktober 2010 um 20 Uhr ist es bei der Volksbühne in der Stadthalle Singen zu sehen und zu hören. „Das Stück ist ein humoristischer Feldzug gegen alle von der Kunstmafia gefoppten Zeitgenossen“, so Manfred Greve. Mal geht Kishon mit Glacéhandschuhen an das Thema heran und mal mit einer groben Drahtbürste, sodass die Funken sprühen.
Der einflussreiche Kunstkritiker-Papst Kalman Kaschtan (Rainer Delventhal) besucht zufällig das Atelier des unbekannten Malers Raphael Schlesinger (Andreas Edelblut) und entdeckt dort die „kosmische mobiliarische Kunst“. Sie besteht aus einem simplen wackligen Tisch, darauf ein Stuhl, darunter ein Hocker, darauf ein kochender Teekessel, darunter ein wackliger Sessel, dessen abgebrochenes Bein durch eine darunter geschobene Bibel ersetzt wird. Über eine kümmerliche Elektroleitung zur Decke geht ein Stecker in die dort hängende Lampe. Dieses umständliche Küchengerät aus Schlesingers augenblicklicher Wohnsituation wird durch den Kritiker-Papst zum „Weltkunstobjekt“ erklärt. Da setzt der Vermarktungs-Apparat von Kaschtans Kunsthändler-Freund Joseph Isaak Pickler (Reinhard Horras) ein. In Paris wird der junge Maler zum neuen Helden gemacht. Schlesingers Stern steigt unaufhaltsam...
Rainer Delventhal, diesmal in der Rolle des Kunstkritikers Kalman Kaschtan, war schon in Manfred Greves Inszenierung des Stücks „Biografie: Ein Spiel“ von Max Frisch in der Stadthalle Singen zu sehen. Manfred Greve gründete 1979 die Theater Greve GmbH. Er ist deren Geschäftsführer, Schauspieler und Regisseur. Er war zuvor in Hannover, Düsseldorf und an den ehemaligen Berliner Staatsbühnen (Schillertheater, Schlossparktheater) engagiert. Mit der Komödie „Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht!“ knüpft Greve an seine Kishon- Produktionen „Es war die Lerche“ und „Der Trauschein“ an.
Eintrittspreis: 11,00 / 14,50 /20,00 / 24,00 €